Oh Bitte Ja

I do love what I do is what I love.
Gestern Vormittag als ich mich auf den Weg zum Doktor machte, mich dann bei der Sekretärin meldete und im Wartezimmer Platz nahm, sah ich diesen gebrechlichen Jungen dort sitzen.

Er hatte sein rechtes Bein im Gips. So fragte ich ihn, ob ich ihm das kleine Tischchen unter die Beine schieben soll, zum Hochlagern. Er willigte gleich ein. Trotzdem tat er mir Leid. Ob ich ihm denn mein Sitzkissen hinterlegen soll, damit’s ein wenig bequemer wird. Wieder ein ja. Da aber noch nichts um die Arme abzustützen hatte, fragte ich, ob ich ihm Stühle mit Büchern drauf hinschieben soll, zum Abstützen. Als auch das getan war, hab ich ihm nach seiner Einwilligung noch eine wärmende Bettflasche, frisches Wasser und einen Kühlbeutel fürs Knie organisiert.

Den Radiosender über mein iPhone mit seiner Lieblingsmusik gefüttert, den Raum mit stimmungsvollen Bilder geschmückt. Alle anderen Patienten heimgeschickt, seine Füsse massiert. Spannende Geschichten erzählt, nach seinen Hausaufgaben verlangt. Über sein Facebook allen alten Freunden wieder mal geschrieben, alle Hosen gebügelt. Seine Frisur zurecht gemacht, ihm aus dem verschwitzten Pullover geholfen. Mich bei seiner Mutter für die Verspätung entschuldigt, beim Pfarrer für ihn gebeichtet. Bewerbungen geschrieben, wie toller sei, beim ihm zu Hause die Katze gefüttert.

Ihm eine warme Decke genäht, seine Hände mit Handcreme eingerieben. Alle meine Follower überredet ihm auf Twitter zu folgen, seinen Lieblingskuchen gebacken. Oma überredet ihm schöne Socken zu stricken, seine Schreibutensilien nach alphabetischer Reihenfolge geordnet. Auf einem Beamer die besten Filme abgespielt und seine Einkäufe erledigt. Seine Rechnungen bezahlt und ihm den Rücken gewaschen.

Stundenlang. Bis sich endlich herausstellte, dass der gute Herr einfach nicht nein sagen kann.

Advertisements